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Geändert DIN EN 14382:2019-11 Gas-Sicherheitsabsperreinrichtungen für Eingangsdrücke bis 10 MPa (100 bar); Deutsche und Englische Fassung EN 14382:2019

Dieses Dokument legt Anforderungen an Konstruktion, Funktion, Prüfung, Kennzeichnung und Bemessung sowie die Dokumentation von Gas-Sicherheitsabsperreinrichtungen fest:

  • für Eingangsdrücke bis 100 bar und Nennweiten bis DN 400;
  • für einen Betriebstemperaturbereich von -20 °C bis +60 °C; soweit sie mit Brenngasen der 1. und 2. Gas-Familie nach EN 437:2018 in den Gas-Druckregelanlagen nach EN 12186 oder EN 12279 in Gastransport- und Gasverteilnetzen sowie in gewerblichen und industriellen Anlagen betrieben werden.

Der Begriff Gas-Sicherheitsabsperreinrichtung wird im Weiteren, außer in Überschriften, mit SAE abgekürzt. Für Standard-Sicherheitsabsperreinrichtungen, die in den Druckregelanlagen nach EN 12186 oder EN 12279 verwendet werden, schließt Anhang ZA alle maßgebenden grundlegenden Sicherheitsanforderungen der Richtlinie 2014/68/EU (PED) ein.

Dieses Dokument behandelt folgende Klassen/Ausführungen von SAE:

  • Temperaturklasse 1: Betriebstemperaturbereich von -10 °C bis 60 °C;
  • Temperaturklasse 2: Betriebstemperaturbereich von -20 °C bis 60 °C;
  • Funktionsklasse A: SAE, die bei Beschädigung des Istwertaufnehmers oder Ausfall der externen Hilfsenergie schließen und bei denen die erneute Öffnung nur manuell möglich ist;
  • Funktionsklasse B: SAE, die bei Beschädigung des Istwertaufnehmers nicht schließen, aber geeigneten und zuverlässigen Schutz bieten, und bei denen die erneute Öffnung nur manuell möglich ist;
  • Ausführung IS (einheitlicher Festigkeitsbereich); – Ausführung DS (verschiedene Festigkeitsbereiche).

SAE, die den Anforderungen dieses Dokuments entsprechen, dürfen als übereinstimmend mit EN 14382 deklariert und mit der Kennzeichnung EN 14382 versehen werden. Die Anforderungen dieses Dokuments an Werkstoffe und Funktionsverhalten können auf SAE angewendet werden, die thermische Energie oder die Wirkung elektrischer Energie für das Auslösen des Stellglieds verwenden.

Die Betriebsparameter derartiger SAE sind in diesem Dokument nicht festgelegt. Das SAE darf mit einem Abblasebegrenzer entsprechend den Anforderungen in Anhang J ausgerüstet sein. Für einige Absätze und Unterabschnitte dieser Norm wird vollständig auf EN 334:2019 verwiesen. Dieses Dokument gilt nicht für:

  • SAE vor/an/in Haushalts-Gasgeräten, die hinter Hausgaszählern installiert sind;
  • SAE, die für den Einbau in Druckregelgeräten in Anschlussleitungen mit einem Volumenstrom unter Normbedingungen bis 200 m3/h und einem Eingangsdruck bis 5 bar vorgesehen sind.

Die dauerhafte Unversehrtheit von Sicherheitsabsperreinrichtungen wird durch wiederkehrende Funktionsprüfungen sichergestellt. Für wiederkehrende Funktionsprüfungen wird im Allgemeinen auf nationale Vorschriften/Normen, sofern vorhanden, oder auf Verfahren des Anwenders/Herstellers verwiesen.

Dieses Dokument behandelt die Reaktion von SAE der Funktionsklasse A auf die festgelegten, vernünftigerweise zu erwartenden Ausfälle in Zusammenhang mit Fail-Close-Verhalten, allerdings sollte beachtet werden, dass es andere Ausfallarten gibt, deren Folgen nicht zu denselben Reaktionen führen können (diese Risiken werden mittels Redundanz nach EN 12186 abgedeckt), und dass Restgefährdungen durch geeignete Überwachung während der Anwendung/Wartung gemindert werden sollten. Dieses Dokument behandelt sowohl Sicherheitsabsperreinrichtungen, die als eigenständige Sicherheitseinrichtung nach der Druckgeräterichtlinie (2014/68/EU) klassifiziert werden können, als auch Sicherheitsabsperreinrichtungen, die für die erforderliche Drucksicherung mittels Redundanz (zum Beispiel in ein Regelgerät eingebaute Absperreinrichtung, Absperreinrichtung mit einer zweiten Absperreinrichtung) verwendet werden können. Umweltbezogene Betrachtungen wurden hinzugefügt.

Die Festlegungen in diesem Dokument entsprechen dem Stand der Technik zum Erarbeitungszeitpunkt. Dieses Dokument ist nicht dafür vorgesehen, die Verbesserung bestehender Festlegungen (Werkstoffe, Anforderungen, Prüfverfahren, Abnahmekriterien und so weiter) oder die Entwicklung neuer Festlegungen für SAE zu beschränken, sofern diese dafür geeignet sind, ein angemessenes Maß an Zuverlässigkeit sicherzustellen. Einige Abschnitte dieser Norm sollten überdacht werden, sobald Eigenschaften für nicht konventionelle Gase vorliegen. Das Dokument enthält auch umweltbezogene Betrachtungen. Für diese Norm ist das Gremium NA 032-02-04-02 AK „Spiegelausschuss CEN/TC 235/WG 1“ bei DIN zuständig. Diese Norm wird in das DVGW-Regelwerk Gas aufgenommen.

Folgende Änderungen wurden vorgenommen:

Gegenüber DIN EN 14382:2009-07 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

  1. Aktualisierung der normativen Verweisungen;
  2. Hinzufügen von Begriffen;
  3. Einstufung von zwei in Reihe geschalteten SAE als Sicherheitseinrichtung nach der PED;
  4. vollumfängliche Verweisung auf EN 334:2019 hinsichtlich Anschlüssen, Nenndruckstufen von Flanschen, Nennmaßen und Baulängen, (metallischer und nichtmetallischer) Werkstoffe, Verifizierung der Festigkeit drucktragender Teile;
  5. Aufnahme der statistischen Festigkeitsprüfung auf der Grundlage der Festlegungen der PED;
  6. Aufnahme antistatischer Eigenschaften;
  7. Aufnahme von Anforderungen an Atmungsventile als mögliche, in die SAE einzubauende Zusatzeinrichtung;
  8. Aufnahme umweltbezogener Anforderungen;
  9. Angleichung von normativen Verweisungen (Abschnitt 2), Anhang G, Anhang ZA und der maßgebenden Abschnitte an CEN-Festlegungen.
  10. redaktionelle Überarbeitung.

Die detaillierten Änderungen finden Sie hier