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Geändert DIN EN 61557-11:2018-05; VDE 0413-11:2018-05 „Elektrische Sicherheit in Niederspannungsnetzen bis AC 1000 V und DC 1500 V – Geräte zum Prüfen, Messen oder Überwachen von Schutzmaßnahmen – Teil 11: Wirksamkeit von Differenzstrom-Überwachungsgeräten (RCM) in TT-, TN- und IT-Systemen (IEC 85/619/CD:2017)“; Text Deutsch und Englisch

Einheitliche Voraussetzungen für die Prüfung von Niederspannungsanlagen in TN-, TT- oder IT-Systemen werden in der Internationalen Norm IEC 60364 6 „Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 6: Prüfungen“ festgelegt. Die IEC 60364-6 enthält neben allgemeinen Hinweisen für die Durchführung der Prüfungen eine Reihe von Anforderungen, die durch Messungen zu überprüfen sind. Nur in wenigen Fällen, wie zum Beispiel bei der Messung des Isolationswiderstandes, enthält die Norm einige konkrete Angaben bezüglich der Eigenschaften des zu verwendenden Messgerätes.

In der IEC 60364-6 beispielhaft dargestellte Messschaltungen, auf die im Text verwiesen wird, sind für den praktischen Gebrauch meist ungeeignet. Dabei werden Prüfungen in Anlagen mit gefährlichen Spannungen durchgeführt, in denen es durch unvorsichtiges Hantieren oder durch einen Defekt in der Anlage sehr leicht zu einem Unfall kommen kann. Der Prüfer ist deswegen auf Messgeräte angewiesen, die ihm neben der Vereinfachung der Messungen auch ein sicheres Messen gewährleisten.

Für Messgeräte zum Prüfen der Schutzmaßnahmen reicht daher die Anwendung der üblichen Sicherheitsvorschriften für elektrische und elektronische Messgeräte nach IEC 61010-1 nicht aus. Bei Messungen in Anlagen können nicht nur Gefahren für den Prüfer selbst, sondern je nach Messverfahren Gefahren auch für unbeteiligte Dritte auftreten. Ebenfalls sind für eine objektive Beurteilung einer Anlage, zum Beispiel bei Übergabe einer Anlage, bei Wiederholungsprüfungen, für die ständige Isolationsüberwachung oder bei Gewährleistungsfällen, zuverlässige und vergleichbare Messergebnisse mit Messgeräten verschiedener Hersteller eine wichtige Voraussetzung. Daher ist das Ziel der internationalen Normenreihe IEC 61557, gemeinsame Grundsätze für Mess- und Überwachungseinrichtungen zum Prüfen der elektrischen Sicherheit und dem Messverhalten in Netzen mit Nennspannungen bis AC 1 000 V und DC 1 500 V festzulegen, die den vorstehend angeführten Gesichtspunkten entsprechen.

Dazu dient eine Reihe gemeinsamer Festlegungen im Teil 1 beziehungsweise in den weiteren einzelnen Teilen dieser Normenreihe zu: – Fremdspannungsfestigkeit; – Schutzklasse II (außer bei Isolationsüberwachungsgeräten und Einrichtungen zur Isolationsfehlersuche); – Vorgaben und Vorkehrungen gegen Gefahren durch gefährliche Berührungsspannungen am Messobjekt; – Vorgaben zur Beurteilung von Anschlusskonfigurationen beziehungsweise Schaltungsfehlern in der geprüften Anlage; – spezielle mechanische Anforderungen; – Messverfahren; – Messgrößen; – Vorgabe der maximalen Betriebsmessunsicherheit; – Vorgaben für die Prüfungen der Einflusseffekte und Berechnung der Betriebsmessunsicherheit; – Berücksichtigung der Messgeräteunsicherheiten bei den von der Errichtungsvorschrift vorgegebenen Grenzwerten; – Vorgabe der Arten der Typ- und Stückprüfungen und der dazu erforderlichen Prüfbedingungen. Teil 1 der internationalen Normenreihe IEC 61557 „Elektrische Sicherheit in Niederspannungsnetzen bis AC 1 000 V und DC 1 500 V – Geräte zum Prüfen, Messen oder Überwachen von Schutzmaßnahmen“ legt die allgemeinen Anforderungen für Mess- und Überwachungsgeräte zum Prüfen der elektrischen Sicherheit in Niederspannungsnetzen mit Nennspannungen bis AC 1 000 V und DC 1 500 V fest.

Erfüllen Messgeräte oder Messeinrichtungen Messaufgaben verschiedener Messgeräte dieser Normenreihe, so gilt für jede Messaufgabe der für sie zutreffende Teil dieser Normenreihe. Die Bezeichnung „Messgeräte“ wird in dieser Norm gleichermassen für „Prüf-, Mess- und Überwachungsgeräte“ verwendet. Alle Teile der internationalen Normenreihe IEC 61557 müssen im Zusammenhang mit dem Teil 1 der Reihe, IEC 61557-1 „Elektrische Sicherheit in Niederspannungsnetzen bis AC 1 000 V und DC 1 500 V – Geräte zum Prüfen, Messen oder Überwachen von Schutzmaßnahmen – Teil 1: Allgemeine Anforderungen“, angewendet werden.

Eine Liste aller Teile der Normenreihe IEC 61557, veröffentlicht unter dem allgemeinen Titel „Elektrische Sicherheit in Niederspannungsnetzen bis AC 1 000 V und DC 1 500 V – Geräte zum Prüfen, Messen oder Überwachen von Schutzmaßnahmen“, kann auf der Webseite der IEC – www.iec.ch – eingesehen werden. Der hier vorliegende Teil 11 „Elektrische Sicherheit in Niederspannungsnetzen bis AC 1 000 V und DC 1 500 V – Geräte zum Prüfen, Messen oder Überwachen von Schutzmaßnahmen – Teil 11: Wirksamkeit von Differenzstrom-Überwachungsgeräten (RCM) in TT-, TN- und IT-Systemen“, legt die Anforderungen für Prüfgeräte fest, die zum Prüfen der Effektivität von Differenzstrom-Überwachungsgeräten (RCM) (en: residual current monitoring device) eingesetzt werden, die bereits in Verteilnetzen eingebaut sind. Diese Prüfgeräte können in jeder Art von Netz, wie zum Beispiel TN-, TT- oder IT-Systemen, eingesetzt werden. Sie können außerdem auch zum Prüfen von richtungsselektiven RCM in IT-Systemen eingesetzt werden. Zuständig ist das DKE/UK 964.1 „Messgeräte zum Prüfen und Überwachen von Schutzmaßnahmen“ der DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE.

Gegenüber DIN EN 61557-11 (VDE 0413-11):2009-11 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

  1. Titel wurde angepasst, um alle RCM;
  2. Begriffe und Definitionen wurden ergänzt;
  3. Anforderungen für das Testen neuer Arten von RCM werden hinzugefügt;
  4. Anforderungen für RCM Typ B wurde vom früheren Anhang A in den Standardtext verschoben;
  5. Anhang B zu empfohlenen Auslösezeiten wurde hinzugefügt;
  6. Ausrichtung der Struktur auf die gesamte Reihe IEC 61557;
  7. die Deutsche Fassung wurde im Abschnitt 2 an den aktuellen Standardsatz angepasst.

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